You can use the keyboard arrow keys

Airbag soll Senioren vor Sturzverletzungen schützen

Bei Autofahrern wirkt er - warum sollte er nicht auch bei Senioren tun? Niederländische Forscher der Universität Delft tüfteln an einem tragbaren Airbag für Senioren. Fallen sie, bläst er sich auf und federt die Hüfte ab. Schwere Verletzungen sollen so verhindert werden.

Wenn die Muskelkraft nachlässt oder das Gleichgewicht aus dem Ruder läuft, kommt es oft vermehrt zu Stürzen. Vor allem im Alter kann das besonders gravierende Folgen haben. Stürze gehören zu den häufigsten Unfällen. Jeder dritte ältere Mensch ab 65 Jahre stürzt etwa einmal im Jahr. Jedes Jahr kommt es in dieser Altersgruppe zu über 200.000 sturzbedingten Knochenbrüchen. Dauerhafte Einschränkungen in der Mobilität sind besonders bei älteren Menschen die Folge, vor allem wenn der Oberschenkelhals oder die Hüfte betroffen ist.

Es gibt viele Untersuchungen und Programme, um die Sturzhäufigkeit älterer Menschen zu verhindern. Üblich sind etwa Sportprogramme, die prophylaktisch wirken und Stürze verhindern sollen. Da Hüftprotektorenhosen bei Senioren wenig akzeptiert sind und auch oft falsch angewandt werden, arbeiten die Niederländer nun an einem Hüft-Airbag, der mit einem breiten Gurt um die Hüfte geschnallt wird und sich erst aufbläst, wenn sein Träger stürzt. Sein Erfinder Filippo Hellenberg-Hubar ist von dem Wert seiner Erfindung - nicht nur für die älteren Menschen , sondern auch für das Gesundheitssystem - überzeugt. Denn Stürze bringen oftmals kostspielige Behandlungen für die Krankenkassen mit sich.

Noch gibt es den Gurt nicht auf dem Markt, denn die Wissenschaftler der Universität in Delft arbeiten noch an Details. So testen sie aktuell, wie sich etwa ein einfaches Plumpsen auf einen Stuhl oder Sessel von einem Sturz unterscheiden lässt. Mithilfe von Probanden versuchen sie jede Lebenslage während des Gurtairbagstragens einzuprogrammieren. Sobald diese Vorarbeiten abgeschlossen sind, geht es in die Praxisphase. Dann werden Senioren den Airbag in ihrem Alltag tragen und die Ergebnisse daraus zusammengetragen.

Eines hat der Hüftairbag jetzt schon seinem großen Bruder aus dem Auto voraus: Er kann immer wieder verwendet werden, denn die kleine Gaskapsel, die den Airbag auslöst, kann problemlos ausgewechselt werden. Optisch gleich der Airbag einem gepolsterten Hüftgurt oder einem breiteren Gürtel. Im Winter soll er sich gut unter der dicken Jacke verbergen lassen. Die Kosten für den Airbag sollen etwas über 400 Euro liegen.