Das IAB wertete für die Untersuchung die Daten des aktuellen sozio-ökonomischen Panels aus und beschäftigte sich vorrangig mit den Daten jener Beschäftigten, die eine der Arbeitszeitformen Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdienst angegeben hatten. Diese drei Arbeitsformen unterschieden sich deutlich:
- Arbeit auf Abruf bedeutet, dass dem Arbeitnehmer nur eine bestimmte Wochenarbeitszeit zugesichert wird. Wann die entsprechende Arbeitsleistung zu erbringen ist, liegt voll im Ermessen des Arbeitgebers. Auch ein Über- oder Unterschreiten des Arbeitszeitrahmens ist möglich. Diese Beschäftigungsform wird oft von Minijobbern ausgeübt, und zwar meist außerhalb ihres erlernten Berufes.
- Rufbereitschaft ist eine Form der zusätzlichen Arbeit auf Abruf neben einer regulären (Vollzeit-)Stelle im erlernten Beruf. In der vereinbarten Rufbereitschaftszeit verpflichtet sich der Arbeitnehmer, ständig erreichbar zu sein und bei Anruf innerhalb eines festgelegten Zeitraums die Arbeit aufzunehmen, was eine relative räumliche Nähe zum Unternehmen erfordert. Solange die Rufbereitschaft nicht in Anspruch genommen wird, gilt sie als Ruhezeit.
- Bereitschaftsdienst ähnelt der Rufbereitschaft, sieht aber zumeist so kurze Zeiträume bis zur Aufnahme der Tätigkeit vor, dass der Arbeitnehmer den Bereitschaftsdienst im Betrieb ableisten muss. Solange kein Abruf erfolgt, kann der Arbeitnehmer über seine Tätigkeit selbst entscheiden und etwa lesen oder schlafen. Die Bereitschaftsdienstzeiten sind im Voraus bekannt und begrenzt.
Die IAB-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Beschäftigte, die Arbeit auf Abruf ausüben, mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden sind als andere Arbeitnehmer - einschließlich jener mit Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst. Die vor allem im Gast- und Hotelgewerbe verbreitete Beschäftigungsform der Arbeit auf Abruf erfordert ständige Arbeitsbereitschaft rund um die Uhr und erlaubt keine selbstbestimmte Lebensgestaltung, weil die "Freizeit" jederzeit per Anruf unterbrochen werden könnte. Hinzu kommt die fehlende Trennung zwischen Arbeits- und Familienzeiten, Schlafstörungen sowie ein erhöhtes Stresserleben, nicht zuletzt durch die unklaren Einkommensverhältnisse.
Quelle: Kurzbericht des IAB