Mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu können, gilt für viele als Zeichen besonders guter Fähigkeiten. Doch das sogenannte "Multitasking" stört bei der Arbeit und schadet Beschäftigten und Unternehmen mehr, als es nützt. Tipps zum Umgang mit Arbeitsunterbrechungen und Multitasking gibt die baua: Praxisbroschüre "Bitte nicht stören!", deren vierte aktualisierte Auflage die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat.
Lediglich Beschäftigte, die einer einfachen und monotonen Aufgabe nachgehen, empfinden Störungen im Arbeitsablauf als positiv. Wer jedoch auch nur drei Minuten von hochkonzentrierter Arbeit abgelenkt wird, braucht anschließend allein zwei Minuten, um wieder auf den Stand vor der Unterbrechung zu kommen. Das verlängert nicht nur die Bearbeitungszeit einer Aufgabe unnötig, auch die Arbeitsergebnisse sind schlechter: Forscher der Universität Michigan haben herausgefunden, dass sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns um 20 bis 40 Prozent verringert, wenn durcheinander statt nacheinander gearbeitet wird. Und wer das Gefühl hat, seine Aufgaben wegen ständiger Unterbrechungen nicht mehr richtig erledigen zu können, fühlt sich gestresst.
Die Forscher raten deshalb, dass der Beschäftigte entscheidet, welche Aufgabe Vorrang hat. Muss die aktuelle Arbeit unbedingt vor der Fertigstellung unterbrochen werden, helfen Notizzettel dabei, sich anschließend wieder schnell hineinzufinden. Außerdem sollten die Beschäftigten ihre Aufgabe nach Möglichkeit erst nach Erreichen eines Zwischenergebnisses unterbrechen.
Auch die Kollegen und Vorgesetzten können einiges tun: Meist wollen sie nur "mal eben" etwas fragen oder besprechen und meinen es nicht böse. Dann kann ein freundliches Gespräch helfen, ihnen bewusst zu machen, wie störend eine solche Unterbrechung sein kann. Ein weiterer Grund für Unterbrechungen können unvollständige oder missverständliche Absprachen in Teamrunden oder zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem sein. Hier rät die Broschüre zu klärenden Gesprächen darüber, wie genau Teamabsprachen sein sollten, damit Nachfragen vermieden werden können.
Die kostenlose Broschüre im PDF-Format kann im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/publikationen heruntergeladen werden.
Quelle: PM BAuA 006/17 vom 3. Februar 2017