Digitalisierung ist längst auch im Personalwesen angekommen – und ganz besonders bei den Stellenausschreibungen. Ganz selbstverständlich schreiben Unternehmen und Behörden ihre offenen Stellen in Jobbörsen aus, und auch Bewerber erwarten, dass Stellenausschreibungen im Internet zu finden sind. Irritierend aber, wenn auf die per E-Mail eingesandte PDF-Bewerbung nach einer Woche eine Eingangsbestätigung per Brief beim Bewerber eingeht – oder überhaupt keine Rückmeldung zum weiteren Bewerbungsverfahren erfolgt.
Bewerber lassen sich dies nur noch selten bieten, das ergab die diesjährige Auswertung des regelmäßig erscheinenden „Bewerbungsreports“ der HR-Softwareanbieters Softgarden. Auf umständliche Internet-Formulare, deren Bearbeitung länger als zehn Minuten dauert, oder Bearbeitungszeiten nach Eingang der Bewerbung von mehr als zwei Wochen reagieren viele Bewerber mit einem Kontaktabbruch – obwohl sie an der Stelle durchaus weiter Interesse gehabt hätten.
In der Umfrage unter 6.589 Bewerbern gaben 58 Prozent an, aus einem der genannten Gründe schon einmal einen Bewerbungsprozess abgebrochen zu haben. Auf Platz drei landete das unsympathische Auftreten der Unternehmensvertreter.
Insbesondere die Auswahlverfahren scheinen eine zeitliche Optimierung dringend nötig zu haben, denn 27,6 Prozent der Arbeitgeber brauchen laut Umfrage mehr als vier Wochen, um eine Bewerbung zu beantworten. Mehr als 70 Prozent der Bewerber halten hingegen 14 Tage für die maximal akzeptable Antwortzeit.
Dabei sollten Unternehmen auch die negative Ausstrahlung eines trägen oder komplizierten Bewerbungsverfahrens auf die Unternehmensmarke nicht unterschätzen. In der Wahrnehmung der Bewerber lässt der Umgang mit Bewerbern direkt auf den Umgang mit den bereits angestellten Mitarbeitern und sogar mit den Kunden schließen.
Ergebnisse der Umfrage: https://go.softgarden.de/studie-bewerbungsreport