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Bildaufnahmen bei Rückenschmerzen überschätzt

Bei Rückenschmerzen reagieren Patienten und Ärzte häufig übertrieben. Wie der neue Faktencheck Rücken der Bertelsmann Stiftung zeigt, erwarten Betroffene zu schnell eine ärztliche Einschätzung auf Basis bildgebender Verfahren wie Röntgen-, Computertomografie (CT)- oder Magnetresonanztomographie (MRT)-Aufnahmen.

Auch behandelnde Ärzte rückten die überzogenen Hoffnungen ihrer Patienten oft nicht zurecht, schreibt die Stiftung. So ist jeder zweite Rückenschmerzgeplagte überzeugt, dass man bei den Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen muss. 60 Prozent der Bevölkerung erwarten zudem schnellstens eine bildgebende Untersuchung. Mehr als Zweidrittel sind der Meinung, dass Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen Aufschluss über die genaue Ursache des Schmerzes geben.

Tatsächlich können Ärzte nur bei höchstens 15 Prozent der Betroffenen eine spezifische Ursache für den Schmerz feststellen. Die meisten Bilder verbessern oft also weder Diagnose noch Behandlung von Rückenschmerzen. Dementsprechend seien von den jährlich mehr als 38 Millionen rückenschmerzbedingten Arztbesuchen und den dabei veranlassten sechs Millionen Bildaufnahmen viele vermeidbar, so das Fazit der Studie.

Für den Faktencheck Rücken wurden anonymisierte, repräsentative Daten von mehr als sieben Millionen gesetzlich Versicherten ausgewertet und eine repräsentative Befragung zum Thema Rückenschmerzen durchgeführt.  

Quelle: Faktencheck Rücken der Bertelsmann Stiftung/Medical Mirror