Als Kriterien für die Diagnose dieser Erkrankung mit der offiziellen Bezeichnung "Gaming Disorder" gelten laut WHO folgende drei Faktoren:
- entgleitende Kontrolle etwa bei Häufigkeit und Dauer des Spielens,
- wachsende Priorität des Spielens vor anderen Aktivitäten und
- Weitermachen auch bei negativen Konsequenzen
Diese auch für andere Suchterkrankungen geltenden Kriterien sollen den Ärzten als Maßstab für die Erkennung dieser psychischen Abhängigkeit dienen. Die Vergabe des eigenen Erkrankungscodes 6C51 ermöglicht nun erstmals die statistische Erfassung der Verbreitung dieser Erkrankung, denn bislang gibt es hierzu nur Schätzungen.
Aktuell wird geschätzt, dass in Asien etwa zehn bis 15 Prozent und in Europa bis zu fünf Prozent der jüngeren Menschen pathologisch spielen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) nimmt an, dass in Deutschland etwa ein bis zwei Prozent der Jugendlichen betroffen sind. Diese Annahmen können dank des neuen Codes nun in einigen Jahren mit konkreten Zahlen untermauert werden.
Kritik an der Klassifizierung als Krankheit kommt aus dem Lager der Hersteller von Online-Spielen. Aber auch einige Ärzte warnen, dass durch eine Diagnose "Onlinespielsucht" schwerere Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen nicht mehr entdeckt und therapiert werden könnten.
Informationen zur ICD-11: https://www.dimdi.de
Definition zur Anwendung des neuen ICD-11-Schlüssels: www.icd.who.int