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E-Mail ist Bewerbers Liebling

Unter allen Bewerbungswegen ist die E-Mail am beliebtesten - allerdings "nur" bei den Bewerbern. Unternehmen setzen hingegen verstärkt auf Online-Formularsysteme, deren technische Umsetzung aber bei den Bewerbern zu Frust führt. Das ergab die OTaC 2016 Online Application Studie.

Für die OTaC-Untersuchung wurden 1.639 Studierende in Deutschland nach ihren Erfahrungen mit Onlinebewerbungen bei Unternehmen befragt. Die Ergebnisse zeigen einiges Optimierungspotenzial bei den Bewerbungsvorgängen.

  • Für 79 Prozent ist der Mangel an Feedback auf ihre Bewerbung die größte Frustrationsquelle - dazu gehört in vielen Fällen offenbar schon die einfache Eingangsbestätigung.
  • 58 Prozent der Bewerber haben schon einmal eine Onlinebewerbung abgebrochen.
  • 40 Prozent beklagten teils eklatante technische Mängel bis hin zum Abbruch des Bewerbungsvorgangs.
  • 44 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie ihre Bewerbung in eine Black Box geworfen haben und sie nicht von einem Menschen, sondern automatisch bewertet wird.
  • 36 Prozent empfinden den Ausfüllauswand als deutlich zu hoch.
  • 28 Prozent ärgern sich darüber, dass die erforderlichen Bewerbungsdokumente  nicht vor Beginn des Bewerbungsprozesses genannt werden - und sogar 48 Prozent müssen dann feststellen, dass sie die bis dahin bereits ausgefüllten Formulare nicht zwischenspeichern können, um die Unterlagen zu komplettieren oder deren Dateigröße zu reduzieren, weil es im System vorher nicht genannte Datenhöchstmengen oder Pflichtformate gibt.

Eine besonders große Diskrepanz zeigt sich zwischen den Bewerbern und den Unternehmen, was den bevorzugten Weg der elektronischen Bewerbung betrifft: 78 Prozent der OTaC-Studienteilnehmer nannten als beliebtesten Bewerbungsweg die E-Mail, gefolgt von der Unternehmenswebsite (66 Prozent). Eine ähnliche Befragung der Website personalmarketing2null.de ergab sogar 83 Prozent für die E-Mail-Bewerbung und 75 Prozent für die Unternehmenswebsite. Die befragten Personalabteilungen hingegen bevorzugen mit 75 Prozent Online-Formularsysteme. Die Gefahr dabei: Für das Unternehmen interessante Bewerber werden schon vor der eigentlichen Bewerbung abgeschreckt, wenn sie zur Nutzung eines - eventuell auch noch mit einer Pflichtregistrierung versehenen, schlecht bedienbaren oder sogar technisch nicht einwandfreien - Formularsystem gezwungen werden, obwohl sie selbst gern einen anderen Bewerbungsweg nutzen möchten.