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Erhalten internationale Fachkräfte in Deutschland zu wenig Unterstützung?

Eine Umfrage unter 1.692 internationalen Fachkräften in Deutschland bringt wichtige Ansatzpunkte in der betrieblichen Unterstützung an den Tag - bescheinigt den Deutschen aber auch wenig Aufnahmebereitschaft im Privatbereich.

Die nicht repräsentative Befragung von knapp 1.700 dauerhaft in Deutschland tätigen internationalen Fachkräften zeigt, dass dieser Personengruppe von Arbeitgeberseite wenig Unterstützung gewährt wird. Insbesondere den Arbeitskräften, die sich selbst beworben hatten oder abgeworben wurden, kommt deutlich weniger Unterstützung zu als etwa entsandten Mitarbeitern. So wurde nur 38 Prozent der nicht-entsandten Befragten ein organisierter Umzug angeboten, deutlich weniger als im Durchschnitt der neun betrachteten Länder (43 Prozent) und hinter der Schweiz (41 Prozent), China (49 Prozent), den Niederlanden (50 Prozent) und den VAE (52 Prozent). Den Wunsch nach einer solchen Umzugsunterstützung wurde hingegen von 43 Prozent der internationalen Fachkräfte in Deutschland geäußert.

Nur ein Drittel der internationalen Fachkräfte in Deutschland erhielten einen Pauschalbetrag als Umzugshilfe, den sich aber 51 Prozent gewünscht hätten. 48 Prozent wünschten sich Informationen zum Leben im Ausland, die in Deutschland aber nur 37 Prozent erhielten. Offenbar setzen deutsche Unternehmen vor allem auf Sprachunterricht:  50 Prozent erhielten diese Leistung, deutlich mehr als im Umfragedurchschnitt (27 Prozent). 35 Prozent der Befragten hatten allerdings kein solches Angebot erhalten.

Besonders schwach ist offenbar die soziale Einbindung ausländischer Fachkräfte in Deutschland.  65 Prozent der Befragten hätten gern mehr Gelegenheit zum sozialen Austausch, erhalten von ihren Arbeitgebern aber keine Unterstützung in diesem Bereich. Dadurch fällt die Eingewöhnung in Deutschland besonders schwer: 44 Prozent der internationalen Fachkräfte fühlen sich in der deutschen Kultur nicht zu Hause, der höchste Anteil unter allen neun Ländern der Studie (Durchschnitt: 30 Prozent). Besonders schwierig scheint es zu sein, Freunde in der einheimischen Bevölkerung zu finden: 60 Prozent der internationalen Fachkräfte empfanden dies als schwierig (versus 43 Prozent weltweit) und nannten neben der Sprachbarriere die unfreundliche Bevölkerung als Grund. Unter den neun Ländern der Studie fiel es nur den Befragten in der Schweiz noch schwerer, Freundschaft mit Einheimischen zu schließen (66 Prozent).

Leider wirkt sich diese soziale Problematik direkt auf die Zufriedenheit mit dem Aufenthalt aus: Nur 65 Prozent der in Deutschland arbeitenden internationalen Fachkräfte gaben an, mit ihrem Leben im Allgemeinen zufrieden zu sein - der geringste Wert in der gesamten Befragung. Am zufriedensten waren die in den Niederlanden tätigen Fachkräfte mit 84 Prozent.

Die Ergebnisse der Befragung für Deutschland, die von einer internationalen Personalberatung durchgeführt wurde, können Sie sich hier online abfordern.