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Freie Arbeitszeitgestaltung - schlechteres Abschalten

Seine Arbeitszeit vollständig selbst einteilen zu können, ist für viele Arbeitnehmer ein Traum. Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt jedoch auch die Kehrseite der Medaille: Vor allem Männer schaffen es nicht, vom Job abzuschalten, wenn sie selbst über ihre Arbeitszeit bestimmen können.

  • Bei 40 Prozent der Männer führt die Selbstbestimmung über die Arbeitszeit zu Überstunden und mangelndem Abschaltenkönnen. Frauen scheinen hier besser in der Lage zu sein, (Erwerbs-)Arbeit auch einmal Arbeit sein zu lassen und sich eher häuslichen oder familiären Verpflichtungen zu widmen.
  • Besonders Heimarbeitern fällt es nach dieser Untersuchung schwer, eine klare Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit zu ziehen. Offenbar führt die Vermischung der Tätigkeiten in den eigenen, privaten Räumlichkeiten zu einem Verlust der Trennung zwischen "work" und "life".
  • Gleitzeitregelungen, also eine freie Zeiteinteilung innerhalb bestimmter Grenzen hingegen scheinen Männern zu einer besseren Work-Life-Balance zu verhelfen.
  • Starre Arbeitszeiten sind zwar am besten planbar, kollidieren aber häufig mit anderen Terminen wie etwas Kindergartenöffnungszeiten und führen daher an anderer Stelle zu Stress.
  • Die ungünstigste Arbeitszeiteinteilung ist jene "auf Abruf", bei der die unvorhersehbaren Arbeitszeiten zu beträchtlicher psychischer Belastung führen - insbesondere in Kombination mit hohem Arbeitsdruck. Hierauf reagieren vor allem Frauen empfindlich.

Aus diesen Studienerkenntnissen ergibt sich, dass eine weitere Deregulierung von Arbeitszeiten nur gelingen kann, wenn zumindest Arbeitszeitrahmen vorgegeben werden und ausreichend Personal für Vertretungen zur Verfügung steht. Realistische Pensum-Planungen, flexible Zeitgestaltungen sowie verlässliche Schichtpläne seien hier entscheidend.

Die komplette Studie finden Sie hier: Selbst organisiertes Arbeiten als Ressource für Beschäftigte nutzen!