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Gesundheitskompetenz in Deutschland eher gering

54,3 Prozent der deutschen Bevölkerung verfügen über eine geringe oder unzureichende Gesundheitskompetenz. Es fällt also mehr als der Hälfte der Bevölkerung schwer, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen und angemessen damit umzugehen. Das ist das Ergebnis des Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz unter Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums.

Eine steigende Lebenserwartung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, ein sehr komplexes Gesundheitssystem und die digitale Informationsflut lassen die Anforderungen an die Gesundheitskompetenz der Menschen immer weiter ansteigen, so die Autorinnen und Autoren des Aktionsplans. Die immer weiter steigende Menge an Gesundheitsinformationen im Internet führen aber offenbar eher zu Verwirrung als zu besserer Information. Es gibt zwar drei Qualitätssiegel für medizinische Internetseiten, aber 84 Prozent der 2.000 für die Untersuchung Befragten kennen laut Umfrage kein einziges davon. Nur etwa jeder Dritte glaubt in der Lage zu sein, im Internet seriöse von unseriösen Informationen unterscheiden zu können.

Dabei sind einige Gruppen besonders benachteiligt: Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund (71 %), mit geringem Bildungsniveau (62 %), mit niedrigem Sozialstatus (78%), mit chronischer Krankheit (73 %) und in höherem Alter (66 %) verfügen über eine vergleichsweise eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Durch unzureichende Gesundheitskompetenz entstehen nach Schätzung der Experten bis zu 15 Milliarden Euro Mehrausgaben im Jahr.

Die Bewertung der Gesundheitskompetenz stützt sich auf 47 Fragen zu den vier Teilaspekten:

  1. Gesundheitsinformationen finden und erschließen,
  2. Gesundheitsinformationen verstehen,
  3. Gesundheitsinformationen beurteilen und
  4. Gesundheitsinformation für die eigene Gesundheit nutzen und anwenden zu können.

Zudem wurden die subjektive Einschätzung des Gesundheitszustands, des eigenen Gesundheitsverhalten der Befragten und die Nutzung von gesundheitlichen Leistungen wie etwa Arztbesuche erfasst.

Die komplette Studie und die 15 daraus entwickelten Ansätze zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz finden Sie unter https://www.nap-gesundheitskompetenz.de/