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Haltung bewahren! Heben und Tragen im Berufsalltag

Heben und Tragen ist fester Bestandteil vieler beruflicher Tätigkeiten. Neben einer gesunden Haltung tragen auch ergonomische Hilfsmittel zu einem gesunden Muskel-Skelett-System bei. Wie Sie Schwachstellen erkennen und beseitigen.

 In vielen Berufen gehören Heben und Tragen einfach dazu. Das gefällt den Knien und ganz besonders dem Rücken überhaupt nicht. Die Wirbelsäule des Menschen ist für eine aufrechte Körperhaltung eingerichtet und für das Heben und Tragen schwerer Lasten nicht geschaffen. Entsprechend stehen Muskel-Skelett-Erkrankungen bei den Arbeitsunfähigkeitstagen jährlich weit oben in der Statistik: Sie machen bis zu einem Viertel aller AU-Tage aus. Dabei lassen sich Haltungsfehler vermeiden und Belastungen reduzieren.

Die drei größten Haltungsfehler

Wer im Job viel und schwer heben muss, ist anfällig für die drei häufigsten Haltungsfehler, die der Rücken auf Dauer nicht verzeiht:

  1. Die Last mit rundem Rücken an- und hochheben und genauso wieder absetzen. „Aus dem Rücken heben“ ist schädlich, weil die Wirbelsäule großen Belastungen ausgesetzt wird. Außerdem werden die Bandscheiben, die zwischen den Wirbelkörpern als Puffer sitzen, einseitig zusammengequetscht.
  2. Anheben einer Last und gleichzeitiges Verdrehen des Oberkörpers. Auch das erhöht die Belastung von Wirbeln und Bandscheiben massiv.
  3. Heben und Tragen der Last mit weit nach vorne ausgestreckten Armen. Je weiter eine Last vom Körper entfernt gehoben und getragen wird, desto größer ist die Belastung für die Wirbelsäule.

Gerade bei Hebe- und Tragearbeiten spielt die richtige Technik eine wesentliche Rolle zur Vermeidung von Überlastungen und Schädigungen der Wirbelsäule. Heben mit geradem Rücken verringert die Belastung der Bandscheibe um etwa 20 Prozent gegenüber einem Heben mit gebeugtem Rücken. Hinzu kommt, dass die Bandscheiben bei einer guten Hebetechnik wesentlich gleichmäßiger belastet werden, da sich die Druckspannung günstig auf der gesamten Fläche der Bandscheiben und Wirbelkörper verteilt.

Ergonomische Tragehilfen einsetzen

Wo immer möglich, sollten Hebe- und Tragehilfen bereitgestellt werden. Diese gehören zu den technischen Maßnahmen und stehen in der Hierarchie der Arbeitsschutzmaßnahmen weit oben. Beispiele sind Vakuumverlegehilfen, die die körperliche Belastung beim Verlegen von Steinplatten auf Gehwegen oder Plätzen beträchtlich reduzieren, oder Patientenlifter in der Pflege. Es ist die Aufgabe des Unternehmers, in der Gefährdungsbeurteilung festzustellen, wo und wie technische Maßnahmen zur Minimierung der Gefährdung eingesetzt werden können.

Link: Checkliste Heben und Tragen

Quelle: Newsletter Prävention aktuell vom 14.06.2018