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Jobsuche – das letzte Tabu

Auch im Zeitalter der Statusmeldungen und des öffentlichen Lebens in den sozialen Medien bleibt die Suche nach einen neuen Job ein Tabuthema. Das ergab eine Umfrage der Stellenbörse Indeed. Für die Studie wurden 10.000 Jobsuchende in neun Ländern befragt. Zwei Drittel von ihnen zeigten sich besorgt darüber, dass andere von ihrer Jobsuche erfahren könnten.

Nach der Familie und der Gesundheit ist der Job bzw. die Karriere der drittwichtigste Bereich im Leben einer Person. Die Ergebnisse zeigen ein globales Angstmuster und auch die zutiefst persönliche Natur der Jobsuche, deren Privatheit zwischen den Nationalitäten variiert.

Die Studie ergab, dass ein knappes Viertel der Jobsuchenden weltweit (24%) ihre Jobsuche völlig geheim halten und mit niemandem teilen – ein ähnlicher Wert wie für die persönlichen Finanzen. Hingegen werden etwa Informationen zu persönlichen Beziehungen von 31 Prozent der Befragten in den sozialen Medien geteilt. Die Hälfte der Jobsuchenden teilen nicht einmal ihrem Partner mit, wenn sie sich auf eine neue Stelle bewerben. Personen über 55 Jahren zeigen sich hier besonders schmallippig – hier sprechen sogar 60 Prozent nicht mit ihrem Partner über ihre Bewerbung.

Im globalen Vergleich sind Jobsuchende in Großbritannien die größten Geheimniskrämer; von ihnen sprechen nur 37 Prozent mit ihrem Partner über ihre Jobsuche. US-Amerikaner sind etwas mitteilungsfreudiger (42 Prozent), Niederländer sind die offensten (61 Prozent).

Die Angst, dass andere von ihrer Jobsuche erfahren könnten, war allen Jobsuchenden gemein, aber nicht universell. In den USA beispielsweise hatten 52 Prozent Sorge, dass ihre Kollegen von ihrem Bemühen um einen neuen Job erfahren könnten. Dies überwog bei weitem das Risiko, die neue Stelle nicht zu bekommen (29 Prozent). Zwei Drittel machten sich mehr oder weniger große Sorgen darum, dass ihre Jobsuche öffentlich gemacht werden könnte.

Der Wunsch nach Geheimhaltung führt zu starken Emotionen unten den Jobsuchern. 64 Prozent sagten, sie fühlten sich bei der Jobsuche ängstlich, 50 Prozent geheimnistuerisch und 33 Prozent hatten sogar den Eindruck, ein Doppelleben zu führen.

Das Fazit der durchführenden Personalbörse: Das Internet hat zwar die Jobsuche revolutioniert, nicht jedoch die Haltung der Menschen zur Jobsuche. Da die meisten Jobsucher nicht möchten , dass ihr derzeitige Chef davon erfährt, dass sie sich nach einer neuen Stelle umsehen, lohne sich die Umsicht. Auch im Zeitalter des ständigen Mit-Teilens bleibt die Jobsuche als Bereich des potenziellen Scheiterns ein Tabu.

Die Ergebnisse der Studie können hier angefordert werden.