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Kontrolle ist gut, Vertrauen ist motivierender

In vielen deutschen Unternehmen scheint immer noch eine starre Top-Down-Mentalität mit viel Kontrolle zu herrschen. Das ergab eine repräsentative Umfrage. Typisch für diese Art der Unternehmenskultur seien wenig Spielraum für die Mitarbeiter, geringe Transparenz, fehlendes Vertrauen von oben - und wenig neue Ideen aus der Belegschaft.

Deutschlandweit arbeitet lediglich ein Viertel der Beschäftigten in Unternehmen mit flachen Hierarchien. Selbstständige oder Team-Entscheidungen sind daher eher selten - das ergab eine repräsentative Umfrage zur "Jobzufriedenheit 2018" unter 1.010 Bundesbürgern.

Laut Umfrage verlaufen die Entscheidungsprozesse in deutschen Unternehmen meist in klassischer Weise von oben nach unten. Vorgesetzte erwarteten nur bei 29 Prozent der Berufstätigen Eigeninitiative wie etwa neue Ideen - und vergeben sich dabei die Chance, Innovationen und Kreativität "von unten" zu nutzen.

Bei der Steuerung von Arbeitsabläufen wird meist noch auf Altbewährtes gesetzt. Moderne Arbeitsmethoden und die berufliche Nutzung von sozialen Netzwerken gehören gerade einmal für 12 Prozent der Befragten zum Arbeitsalltag.

Zudem fehle eine gelebte Fehlerkultur in den Unternehmen. Die Chance, auch aus Fehlern bewusst zu lernen, werde laut Erhebung nur in 26 Prozent der Betriebe genutzt. Hier herrsche klarer Nachholbedarf, so das Experten-Resümee, denn: "Nur wer Fehler macht, kann auch Fortschritte machen."

Eine weitere Studie des IW Köln ergab, dass Vertrauen die Produktivität und die Mitarbeiterzufriedenheit fördert. Mitarbeiter sind umso weniger mit ihrer Arbeit zufrieden, je strenger sie kontrolliert werden - und kaum jemand orientiere sich bei seiner Leistung an der Kontrolle durch den Chef. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Zahlen des European Working Conditions Survey und des Sozio-oekonomischen Panels aus. Das Ergebnis: Rund 60 Prozent der Arbeitnehmer sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeit, wenn das Unternehmen auf wenig Kontrollen setzt. Wo strenge Kontrollen durchgeführt werden, liegt die Quote nur bei 45 Prozent, außerdem klagte rund jeder Dritte in diesen Betrieben über Konflikte mit den Vorgesetzten.

Manche Unternehmen hätten nach wie vor Angst, durch Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten die Kontrolle zu verlieren. Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass es dafür keinen Grund gebe, so IW-Wissenschaftler Professor Dr. Dominik Enste: "Vertrauen zahlt sich aus."

Die kompletten Ergebnisse der Befragungen finden Sie unter https://www.manpowergroup.de und unter https://www.iwkoeln.de.