Die Ausgaben stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres um 3,2 Prozent. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist das die niedrigste Zuwachsrate seit 2012. Die gebremste Ausgabenentwicklung und ein leichtes Wachstum der Einnahmen führen dazu, dass die Krankenkassen für die ersten drei Quartale ein Plus von 1,55 Milliarden Euro verzeichnen: Einnahmen in Höhe von rund 167,65 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 166,10 Milliarden Euro gegenüber. Das BMG geht allerdings davon aus, dass der Überschuss der Krankenkassen im letzten Quartal des Jahres nicht mehr so hoch ausfallen dürfte. Dennoch erwartet das Ministerium „sehr stabile Verhältnisse im laufenden Jahr“.
Zu der positiven Finanzentwicklung dürften vor allem die geringen Steigerungen bei den Krankengeldausgaben beigetragen haben. Sie sind mit 3,4 Prozent je Versicherten (absolut 4,3%) im Vergleich zu den Vorjahren nur wenig gestiegen. Deutlich mehr Geld als im Vorjahreszeitraum gaben die Krankenkassen dagegen für Prävention aus. Die Ausgaben in diesem Bereich stiegen um 46 Prozent von rund 218 auf rund 321 Millionen Euro. Auch für die Hospiz- und Palliativversorgung floß deutlich mehr Geld als in den ersten neun Monaten 2015 (23%).
Für die vertragsärztliche Vergütung insgesamt zahlten die Kassen je Versicherter rund 3,6 Prozent mehr (absolut 4,5%). In einzelnen Bereichen stiegen die Ausgaben für ambulante Angebote jedoch deutlich stärker. So wuchsen sie für ambulante Psychotherapie um 8,6 Prozent und für Hochschulambulanzen um 23,7 Prozent.
Die Steigerung bei der zahnärztlichen Behandlung bewegt sich mit 3,3 Prozent je Versicherter im Durchschnitt. Beim Zahnersatz gab es je Versicherter einen kleinen Rückgang um 0,9 Prozent. Die Ausgabenentwicklung für die Krankenhausbehandlung ist aufgrund von Buchungsumstellungen derzeit wenig aussagekräftig.
Bei den Finanzen des Gesundheitsfonds machen sich die Rentenerhöhungen zum Halbjahr positiv bemerkbar. Er verzeichnet ein Minus von 3,75 Milliarden Euro für die ersten neun Monate, das 1,2 Milliarden Euro geringer ausfiel als Ende September 2015.