Ein norwegisches Forscherteam um Ulf Ekelund geht in einer aktuellen Studie der Frage nach, ob sich die negativen Effekte langen Sitzens durch Bewegung ausgleichen lassen. Die Grundlage der Untersuchung bildeten 13 Studien, in denen insgesamt mehr als eine Million Frauen und Männer berücksichtigt wurden. Diese Personen untersuchten die Forscher im Hinblick auf ihr Sitz- und Bewegungsverhalten und glichen dieses mit deren Sterberaten ab.
In Übereinstimmung mit vorherigen Studien bestätigten die Auswertungen, dass das Risiko der Personen, im Beobachtungszeitraum zu versterben, mit dem Ausmaß der Sitzzeiten zunahm. Je ausdauernder sich die Personen hingegen körperlich betätigten, desto geringer fiel das Mortalitätsrisiko aus. Wie die Analyse einzelner Untergruppen zeigte, hatten die Personen, die am wenigsten saßen und sich am meisten bewegten, ein um 59 Prozent verringertes Mortalitätsrisiko im Vergleich zu denjenigen, die am meisten saßen und am wenigsten körperlich aktiv waren. Innerhalb der Gruppe der besonders Aktiven (60 bis 75 Minuten moderate körperliche Bewegung am Tag) machte es im Hinblick auf das Mortalitätsrisiko jedoch keinen deutlich erkennbaren Unterschied, ob diese am Tag vier, sechs oder mehr als acht Stunden saßen. Weiterhin stellten die Wissenschaftler fest, dass diejenigen, die sehr viel saßen und zugleich besonders aktiv waren, ein geringeres Mortalitätsrisiko aufwiesen, als diejenigen, die sehr wenig saßen und sich auch am wenigsten bewegten.
Bereits eine Stunde moderate körperliche Aktivität am Tag reicht demnach aus, um acht Stunden Sitzen zu kompensieren – so das Fazit der norwegischen Forschergruppe.
Zusammenfassung der Orginalarbeit: Ekelund U. et al. (2016): Does physical activity attenuate, or even eliminate, the detrimental association of sitting time with mortality? A harmonised meta-analysis of data from more than 1 million men and women. In: The Lancet, Volume 388, No. 10051, p1302-1310.
Quelle: Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V., 17. 10. 2016