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Noch mehr Zucker in den Nahrungsmitteln?

Am 1. Oktober sind die EU-Beschränkungen des Zuckermarktes weggefallen. Experten befürchten eine weitere Zunahme des Zuckergehaltes in Lebensmitteln durch den verstärkten Einsatz eines bislang reglementierten Süßungssirups aus Mais, der Isoglukose.

Zum Welternährungstag am 16. Oktober wiesen die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes-Hilfe darauf hin, dass Zucker bereits jetzt als billiger, aber kalorientreibender Füllstoff für verarbeitete Nahrungsmittel genutzt werde und zur Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2 und Übergewicht. Durch die entfallenen Regelungen werde sowohl Rübenzucker billiger als auch Tür und Tor für den in den USA bereits weit verbreiteten Isoglukosesirup geöffnet. Dieser werde untre anderem aus gentechnisch manipulierten Maisarten hergestellt und sei noch billiger als Rübenzucker. Die Gefahr: Nach aktuellen Forschungsergebnissen schaltet Isoglukose die Sättigungseffekte im Gehirn aus und fördert damit einen übermäßigen Lebensmittelkonsum und Übergewicht.

Bisher hatten die strengen EU-Reglementierungen den Anteil von Isoglukose als Süßungsmittel in deutschen Lebensmitteln bei unter einem Prozent gehalten. Organisationen wie Foodwatch rechnen nach dem Wegfall der Einschränkungen mit einem Anstieg auf 5 bis 20 Prozent.

Verbraucher sollten auf die Bezeichnungen "Glukose-Fruktose-Sirup" bzw. "Fruktose-Glukose-Sirup" achten, unter denen Isoglukose in den Zutatenlisten aufgeführt wird. Insbesondere Fruktose-Glucose-Sirup, der einen höheren Anteil an Fruktose aufweist, ist besonders süß und wird gern zum Süßen von Getränken genutzt. Für Eltern gilt: Prüfen Sie besonders die Zutatenlisten von Kinderlebensmitteln und meiden Sie Produkte, die Isoglukose enthalten.