In vielen Bereichen werden Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeitsprozess zunehmend digitalisiert. Mit dieser Entwicklung geht eine Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort einher. Der jetzt erschienene Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) "Orts- und zeitflexibles Arbeiten: Gesundheitliche Chancen und Risiken" gibt einen dichten und zugleich fundierten Überblick über die aktuelle Forschungslage zu den verschiedenen Formen des orts- und zeitflexiblen Arbeitens. Dazu geht der Bericht beispielsweise auf berufsassoziierte und -bedingte Mobilität, Telearbeit beziehungsweise Homeoffice ein, aber auch auf arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit, lange Arbeitszeiten sowie Nacht- und Schichtarbeit.
Die Ergebnisse zeigen, dass orts- und zeitflexible Arbeit als Belastungsfaktor wirken und die Gesundheit der Beschäftigten schädigen kann. Andererseits bieten diese Arbeitsformen mehr Möglichkeiten, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig stellt der Bericht Ressourcen heraus, die diesen Belastungen positiv entgegenwirken können und benennt Gestaltungsansätze für die Praxis. Dazu gehören beispielsweise Einflussmöglichkeiten auf die Arbeit und soziale Unterstützung. Um Mobilität gesundheitsförderlich zu gestalten, sind zeitliche Puffer ein wichtiges Element. Variable Arbeitszeiten wie Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdienst sollten gut planbar und vorhersehbar sein und den Beschäftigten den größtmöglichen Einfluss auf die Gestaltung erlauben.
Den Bericht "Orts- und zeitflexibles Arbeiten: Gesundheitliche Chancen und Risiken" gibt es im PDF-Format im Internetangebot der BAuA.
Quelle PM BAuA 36/2017 vom 28.09.2017