Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Menschen und Prozesse sind global vernetzt. Der internationale Wettbewerb erhöht den Druck auf die Unternehmen und der Altersdurchschnitt der Erwerbsbevölkerung steigt. Was bedeuten diese Rahmenbedingungen für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten? Gibt es neue Risiken und Quellen für Unfälle und Gesundheitsgefährdungen?
Um frühzeitig Antworten auf diese Frage zu erhalten, hat die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ein sogenanntes Risikoobservatorium beim Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) eingerichtet. Es basiert auf einer Befragung von 400 Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.Diese speziell ausgebildeten Fachleute sind in Sachen Arbeitsschutz in Betrieben und Einrichtungen unterwegs und kennen die Bedingungen der Arbeitswelt.
Für die aktuelle Auswertung haben die Aufsichtspersonen 93 Entwicklungen und deren Relevanz für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bewertet. Die anschließende Auswertung im IFA wurde durch Literaturrecherchen zu Risiken und praktischen Schutzmaßnahmen ergänzt. "Nun wissen wir zum ersten Mal verbindlich und wissenschaftlich fundiert, welche Themen allen Unfallversicherungsträgern gleichermaßen unter den Nägeln brennen und damit das Gros der Beschäftigten betreffen", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV.
Dass Themen wie Arbeitsverdichtung, alternde Belegschaften und zunehmende Digitalisierung genannt wurden, sei keine große Überraschung. "Dass wir aber unter den Top 10 alte Bekannte wie Lärm haben, durchaus. Und dass unsere Mitglieder auch Handlungsbedarf in Bereichen sehen, auf die die Unfallversicherung keinen direkten Einfluss hat, nämlich Ernährung und Freizeitverhalten."
Die Ergebnisse des Risikoobservatoriums sind online verfügbar: http://www.dguv.de/webcode/d1159702
Quelle: PM DGUV 20.10.2016