In Deutschland bestehen für die Ausübung eines Berufs oft höhere Barrieren als in anderen Ländern – zum Beispiel durch den Meisterbrief oder aufgrund von DIN-Normen. Beispielsweise sind hierzulande nur Elektrofachkräfte berechtigt, elektrische Anlagen zu errichten oder Schalt- und Montagearbeiten daran durchzuführen.
Die hohen Anforderungen werden jedoch laut Studie eher als Qualitätsbeweis denn als Hürde gesehen. Eine breite Mehrheit der Befragten hält das deutsche Ausbildungssystem vorteilhaft für die Produktion, insbesondere den Maschinenbau, und auch für den Verbraucherschutz. Lediglich knapp die Hälfte der Befragten glaubt, dass Verbraucher durch die Abschaffung von strengen Berufsabschlüssen von günstigeren Preisen profitieren würden.
Auch von einer besseren Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei weniger strengen Auflagen hinsichtlich der Berufsabschlüsse geht nur jeder zweite Befragte aus.
Wer in Deutschland ausgebildet wurde, ist nach Meinung der Umfrageteilnehmer international eine begehrte Fachkraft. So sind 89 Prozent der Befragten überzeugt, dass Deutschlands Experten weltweit nachgefragt werden. 88 Prozent halten gut ausgebildete Fachkräfte in der Produktion und im Maschinenbau für unverzichtbar. Fast ebenso viele (85 Prozent) sind der Ansicht, dass das deutsche Ausbildungssystem mit seinen hohen Standards für gut ausgebildete Nachwuchskräfte sorgt.
Aber Titel und Zeugnisse sind nicht alles: Am Ende zählt Erfahrung mehr als ein Berufsabschluss. Darin sind sich 79 Prozent der Befragten einig. Gute Arbeit ist im Zweifel mehr wert als ein Stück Papier mit einem Zeugnis oder Zertifikat.
Zu den hier referierten Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Fachkräfte 2018“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup, für die 1.022 Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren online befragt wurden.