You can use the keyboard arrow keys

Sonderprogramm für Flüchtlinge in der Pflege

In der Pflege wird dringend Personal benötigt. Als vor etwa zwei Jahren viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, machte die Diakonie in Düsseldorf die Probe aufs Exempel und legte ein Sonderprogramm auf. Dies sah vor, dass Flüchtlinge im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in sozialen Einrichtungen arbeiten konnten. Jetzt wurde eine erste Bilanz gezogen.

Insgesamt 20 Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, nahmen an dem Programm teil. Wie der Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Thomas Oelkers, gegenüber der Neuen Rhein-Zeitung (NRZ) sagte, sei dies ein Start in die richtige Richtung. Die Erfahrungen, die die Einrichtungen mit den Flüchtlingen machten, seien durchweg positiv. Die neuen Mitarbeiter seien sehr motiviert und engagiert. Zum Teil ist ihnen der Pflegebereich gar nicht so fremd.

Da ist zum Beispiel Tarek al Kousa aus Syrien, der den Reportern der NRZ ein Interview gab. Al Kousa hat bereits 19 Jahre in seiner Heimat als Pfleger gearbeitet. Durch das Programm, so hofft er, könnte seine Berufspraxis eher anerkannt werden. Eine Zukunft in Deutschland als Pfleger könne er sich gut vorstellen. Was fehlt, sind die Sprachkenntnisse, aber da bessert der gebürtige Syrer aktuell nach. Und bei der Arbeit kämen die Sprachkenntnisse von ganz allein.

Der Präsident der Diakonie merkt an, dass es sicherlich noch mehr ausgebildete Pflegekräfte unter den Flüchtlingen gibt. Angesichts des Pflegenotstandes könne es nicht sein, dass diese Personen nicht verstärkt in der Pflege eingesetzt werden. In punkto Anerkennung ausländischer Abschlüsse müsse noch viel getan werden, sagte auch die Staatssekretärin für Integration von der CDU, Serap Güler.

Momentan finden Gespräche statt, da das als Sonderprogramm aufgelegte Paket auch im kommenden Jahr 2018 weitergeführt werden soll.