You can use the keyboard arrow keys

Unfallzahlen und Zahl der Berufskrankheiten 2018 nahezu unverändert

Die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle sowie die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Das geht aus einer Erhebung der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), veröffentlicht hat.

Der Verband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen (DGUV) hat die Unfallzahlen für das Jahr 2018 veröffentlicht. Danach ist die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle gegenüber 2017 nahezu unverändert. So lag die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr bei 877.198 und damit um 0,42 Prozent höher als im Vorjahr. 188.527 Versicherte hatten einen meldepflichtigen Wegeunfall, ein Minus von 1,28 Prozent gegenüber 2017.

Appell für mehr Sicherheit auf den Straßen

Die Zahl der neuen Unfallrenten belief sich wie im Vorjahr auf knapp über 18.000. 730 Versicherte verloren aufgrund von Unfällen ihr Leben (2017: 731): 420 durch Arbeitsunfälle, 310 durch Wegeunfälle. DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy appellierte vor diesem Hintergrund an Arbeitgeber, Beschäftigte und die Politik, sich um mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu bemühen. "Alle können mehr zur Sicherheit auf den Straßen beitragen: der Chef, der darauf verzichtet, seine Leute anzurufen, wenn er weiß, dass sie gerade hinter dem Steuer sitzen. Die Politik, indem sie Verkehrsräume insbesondere für die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicher gestaltet. Aber auch jede und jeder Einzelne, indem man Ablenkung so gut es geht meidet."

Präzisere Daten zum Unfallrisiko

Um die Entwicklung des Unfallrisikos einzuschätzen, ermittelt die DGUV auch die Zahl der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter. Ein Vollarbeiter entspricht dabei der Zahl der Arbeitsstunden, die eine in Vollzeit tätige Person durchschnittlich im Jahr gearbeitet hat. 2018 lag die Quote bei rund 23 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter und damit fast 10 Prozent höher als 2017. "Grund hierfür war nicht etwa das Mehr an Unfällen, sondern eine Abnahme der gemeldeten Arbeitsstunden", erklärt Hussy die Entwicklung. "Für 2018 haben die Unternehmen die Arbeitsstunden ihrer Beschäftigten erstmals über den digitalen Lohnnachweis übermittelt, was sehr gut funktioniert hat. Im Ergebnis hatten wir wesentlich präzisere Daten als in der Vergangenheit, aber auch einen Rückgang der Zahl der Vollarbeiter um rund 3,3 Mio. auf 38 Mio. Die nahezu unveränderte Zahl der Arbeitsunfälle verteilt sich also auf weniger Vollarbeiter. Das Unfallrisiko steigt auf dem Papier. Tatsächlich ist es aber so, dass es wohl schon in der Vergangenheit höher gelegen hat."

Kaum Veränderung bei Berufskrankheiten

2018 entschieden Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in 78.384 Fällen über die Anerkennung einer Berufskrankheit. Der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigte sich in 38.005 Fällen, was fast dem Vorjahreswert entsprach (2017: 38.080). In mehr als der Hälfte dieser Fälle lag eine beruflich verursachte Hauterkrankung vor. 2.435 Versicherten verstarben in Folge einer Berufskrankheit. Die häufigste Ursache dafür war der berufliche Kontakt mit Asbest.

Quelle: PM DGUV 04.09.2019