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Weiterbildung ist Arbeitgebersache

Die meisten deutschen Arbeitnehmer finden Weiterbildungen gut. Die konkrete Maßnahme auszuwählen ist jedoch in ihren Augen Sache des Arbeitgebers.

Dass die berufliche Ausbildung nicht mit dem Abschluss der Berufsschule oder Universität beendet ist, hat sich herumgesprochen, ergab eine Umfrage des Jobportals Indeed unter 1.064 Arbeitnehmern. Gut 83 Prozent der Befragten stehen der beruflichen Weiterbildung positiv gegenüber, bei den unter 40-Jährigen sogar 90 Prozent. Und drei Viertel der Befragten gaben an, in der letzten Weiterbildung Fähigkeiten erworben zu haben, die ihnen in ihrem Berufsleben bereits konkrete Dienste geleistet hätten.

Die Aufgabe, eine passende Weiterbildungsmaßnahme zu finden, gehört jedoch für die allermeisten Arbeitnehmer klar zum Aufgabengebiet des Arbeitgebers. Und die Arbeitgeber schlagen vor allem interne Weiterbildungen vor (56,2 Prozent), externe Schulungen werden seltener in Betracht gezogen (39,2 Prozent). Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer erhalten keine Weiterbildungsangebote von ihrem Arbeitgeber. Dabei sind die Mitarbeiter durchaus bereit, ihre Wochenende (48,6 Prozent) oder Urlaubstage (17,1 Prozent) für eine Weiterbildung aufzuwenden  oder sich mit bis zu zehn Prozent an den Weiterbildungskosten zu beteiligen (25,2 Prozent).

Die vermeintliche Passivität der Mitarbeiter bei Weiterbildungen hat laut einer anderen Studie jedoch meist damit zu tun, dass die Arbeitnehmer einfach nicht wissen, wie sie vorgehen sollen. Eine für die Vodafone-Stiftung durchgeführte Befragung der Hochschule für angewandtes Management unter mehr als 10.000 Arbeitnehmern ergab, dass vor allem Mitarbeiter mit wenig Routine beim Lernen sowie gering qualifizierte und jüngere Arbeitnehmer Probleme damit haben, sich auf Lernen und Lernangebote einzulassen. Bemängelt wird vor allem, dass der Lehrstil der Weiterbildungen nicht mit dem Lernstil der Mitarbeiter übereinstimme und dass zu viel digitale Kompetenz vorausgesetzt werde, die bei älteren Mitarbeitern oft nicht vorhanden sei.

Quellen: Indeed-Studie, Lernbefragung der HAM