Für die Fastenzeit haben sich viele Menschen vorgenommen, weniger Zucker zu sich zu nehmen oder ganz darauf zu verzichten. Das ist sehr ratsam, denn statt der von der WHO empfohlenen Zuckermenge von höchstens 25 Gramm nehmen die Deutschen umgerechnet 90 Gramm Zucker täglich zu sich.
Oft stellt sich dieser Zuckerverzicht schwieriger dar als gedacht, weil Zucker auch in nichtsüßen Lebensmitteln wie Fertigpizza, Gemüsekonserven oder Tomatenketchup verarbeitet ist. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft hier schon weiter, sofern man auch die anderen Bezeichnungen für Zucker wie etwa Glukosesirup, Dextrose, Gerstenmalz, Saccharose, Fruktose oder Isomaltose kennt.
Aber es gibt auch noch andere Süßungsmittel, die Liebhaber gesüßter Getränke oder Hobbybäcker gern verwenden. Wie sieht hier die Bilanz aus?
- Brauner Zucker ist die Vorstufe des normalen weißen Haushaltszuckers, er wurde nur nicht aufgereinigt, das heißt, er enthält noch Melassereste aus der Produktion und schmeckt dadurch etwas nach Karamell. Brauner Zucker bietet gegenüber weißem Zucker keinerlei gesundheitliche Vorteile, verursacht Karies und enthält ebenso viele Kalorien wie Haushaltszucker.
- Stevia ist 300-mal süßer als Zucker, daher wird der Grundstoff meist "gestreckt". Steviaprodukte lassen den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen und sind praktisch kalorienfrei. Zudem rufen sie keine Karies hervor.
- Birkenzucker (Xylit) wird in einem mehrstufigen chemischen Verfahren aus Maiskolben- und Strohresten gewonnen. Xylit und das verwandte Erythrit sind kalorienärmer als Zucker und rufen keine Karies hervor, wirken aber in großen Mengen blähend und abführend.
- Kokosblütenzucker ist derzeit "in", hat aber fast ebenso viele Kalorien wie weißer Haushaltszucker. Er wird aus dem Blütennektar der Kokospalme hergestellt.
Ein wirksame Reduktion von Zucker erreicht man am besten, indem man den Konsum von Süßigkeiten stark reduziert, die Zutatenlisten auf fertig gekauften Lebensmittel gründlich auf Zuckerformen und den Zuckergehalt ("davon Zucker") prüft und sich betont ballaststoffreich ernährt. Außerdem sollte statt fruktosehaltiger Säfte und Smoothies besser Obst gegessen werden.
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern